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AV-Comparatives begrüßt Großbritanniens Richtlinien zu automatischen Vertragsverlängerungen der Antivirus-Anbieter

Die britische Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde (Competition and Markets Authority, CMA) hat kürzlich Leitlinien für Anbieter von Antivirus-Software in Bezug auf die automatische Verlängerung von Abonnements veröffentlicht. Diese Compliance Principles empfehlen Anbietern von Security-Software, die an britische Verbraucher verkaufen, wie sie vermeiden können, gegen britische Verbraucherschutzgesetze zu verstoßen. Das österreichische AV-Testlabor AV-Comparatives unterstützt die Prinzipien der CMA-Leitlinien. 

Das Prinzip der automatischen Erneuerung ist ganz einfach. Antivirus-Software wird fast immer als Dienstleistung verkauft, d.h., sie wird nicht einmalig gekauft, sondern erfordert regelmäßige Abonnementzahlungen, um sicherzustellen, dass das Programm weiterhin Updates erhält. Die automatische Verlängerung des Abonnements bedeutet, dass der Verkäufer beim ersten Kauf der Software die Zahlungsdaten des Kunden einbehält. Wenn dann der erste Abonnementzeitraum (in der Regel ein Jahr) abläuft, nimmt der Verkäufer die Zahlung für den nächsten Zeitraum entgegen und verlängert die Dienstleistung, ohne dass der Kunde etwas unternehmen muss. 

Die automatische Erneuerung ist für den Softwareanbieter wahrscheinlich von Vorteil, da sie für ihn eine kontinuierliche Einnahmequelle bedeutet, ohne dass er zusätzliche Anstrengungen oder Kosten auf sich nehmen muss. Für Kunden, die mit dem Dienst zufrieden sind, ist die automatische Erneuerung bequem und gibt ihnen die Gewissheit, dass ihre Computer weiterhin geschützt sind. In dem CMA-Artikel wird jedoch darauf hingewiesen, dass gegen einige Anbieter von Antivirus-Software Untersuchungen durchgeführt wurden, um festzustellen, ob ihre Politik der automatischen Erneuerung mit den britischen Verbraucherschutzgesetzen vereinbar ist.  

Die Gesetze des Vereinigten Königreichs verbieten die automatische Verlängerung von Antivirus-Abonnements nicht. Die CMA legt jedoch Bedingungen fest, an die sich Anbieter halten sollten, wenn sie eine automatische Verlängerung anbieten. Diese stellen im Wesentlichen sicher, dass die Verbraucher umfassend über den Prozess der automatischen Verlängerung, die Kosten (im Vergleich zum Kauf eines neuen Abonnements) und die Möglichkeiten der Kündigung informiert werden. Die vollständige Liste der CMA-Compliance-Grundsätze ist unten aufgeführt: 

  1. "Stellen Sie sicher, dass Ihre Kunden in der Lage sind, eine fundierte Entscheidung über die automatische Verlängerung zu treffen. 
  2. "Stellen Sie sicher, dass Ihre Preisangaben korrekt sind und Ihre Kunden nicht in die Irre führen". 
  3. "Bestätigen Sie dem Kunden die wichtigsten Punkte des sich automatisch verlängernden Vertrags". 
  4. "Sorgen Sie dafür, dass Ihre Kunden die automatische Verlängerung leicht abschalten können". 
  5. "Erinnern Sie Ihre Kunden rechtzeitig an die automatische Erneuerung, bevor sie stattfindet". 
  6. "Einmal ausgeschaltet, bleibt die automatische Erneuerung ausgeschaltet" 
  7. "Geben Sie Ihren Kunden die Möglichkeit, ihre Meinung zu ändern" 
  8. "Machen Sie es Ihren Kunden leicht, eine Rückerstattung zu erhalten, wenn sie dies wünschen". 
  9. "Angemessene Sicherheitsvorkehrungen für Kunden, die das Produkt nach der automatischen Erneuerung nicht mehr nutzen" 

AV-Comparatives berichtet, dass ihm zahlreiche Beschwerden von Kunden über automatische Abonnementverlängerungen bekannt sind. Letztes Jahr untersuchte das österreichische Antivirus-Testlabor die automatische Verlängerungspolitik verschiedener Hersteller von Security-Software für Endverbraucher. Die Ergebnisse des Testlabors wurden in einem Bericht veröffentlich  Consumer Summary Report 2020 

In dem Bericht wurde festgestellt, dass im extremsten Fall der Preis für die automatische Verlängerung mehr als dreimal so hoch war wie die Kosten für das erste Jahr des Abonnements. Dies ist an sich nicht illegal oder unangemessen. Einige Kunden haben jedoch den Eindruck, dass sie nicht ausreichend über das Verfahren der automatischen Verlängerung, die Kündigungsmöglichkeiten und die Höhe des Verlängerungspreises informiert wurden.  

Ein weiterer wichtiger Faktor bei der automatischen Verlängerung ist, ob sie zum Zeitpunkt des Kaufs obligatorisch oder optional ist. Wenn sie optional ist, kann der Kunde den Kauf abschließen, ohne die automatische Verlängerung zu aktivieren. Ist sie obligatorisch, muss der Kunde den Anbieter aktiv kontaktieren, um die Verlängerung des Abonnements zu verhindern. AV-Comparatives fand heraus, dass mehr als die Hälfte der untersuchten Produkte über eine obligatorische automatische Verlängerung verfügten und dass 7 von 8 Benutzern, die AV-Comparatives untersuchte, die automatische Verlängerung aktiviert hatten. befragt waren nicht glücklich über die obligatorische automatische Erneuerung beim Kauf von Sicherheitssoftware. AV-Comparatives ermutigt die AV-Anbieter, die Kunden zum Zeitpunkt des Kaufs entscheiden zu lassen, ob sie eine automatische Erneuerung wünschen oder nicht.