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Spotlight on Security: neue Forschungsergebnisse zu Stalkerware

Beim digitalen Stalking wird spezielle Schadsoftware, so genannte Stalkerware, verwendet, um Zugang zu den Funktionen eines Smartphones, Tablets oder PCs zu erhalten. Die Software ermöglicht es dem Stalker, Telefonate abzuhören und aufzuzeichnen, gespeicherte Fotos und Dateien einzusehen, die Kamera zu aktivieren, alle Arten von Nachrichten zu lesen, Tastatureingaben zu protokollieren und den Standort des Opfers über die GPS-Funktion des Geräts zu verfolgen. Stalkerware spioniert also jede Aktion aus. Allerdings handelt es sich höchstwahrscheinlich nicht um etwas, das Sie versehentlich selbst installiert haben, sondern um etwas, das von jemandem heimlich auf Ihrem Gerät installiert wurde, der Zugang dazu hat. Als Opfer von digitalem Stalking wird man daher wahrscheinlich erst auffallen, wenn der Täter privates Wissen für seine Zwecke missbraucht.

Die meiste Stalkerware wird von inoffiziellen Quellen außerhalb der großen App-Stores heruntergeladen, da diese versuchen, Malware im Voraus auszusortieren. Einige Unternehmen stellen sogar Anleitungen zur Verfügung, wie man ihre Apps ohne das Wissen des Gerätebesitzers installiert. Aber Sie sollten sie gar nicht erst ausprobieren, denn Stalking - das Verfolgen und Ausspionieren einer Person - wird in vielen Ländern strafrechtlich verfolgt.

Da Übergriffe auf Frauen, häusliche Gewalt und physisches Stalking erschreckende Ausmaße annehmen, steht auch digitales Stalking als Vorstufe zu Gewalttaten im Fokus europäischer Gewaltschutzprogramme. Hier verfolgt z.B. die "Gender Equality Strategy 2020-2025" der EU die gleichen Ziele wie die Istanbul-Konvention CETS Nr. 210 und wird bis Ende 2021 EU-weite Richtlinien zu geschlechtsspezifischem Digital-Stalking beschließen.

Zu dieser Entscheidung wird das Fachwissen der 2019 gegründeten Koalition gegen Stalkerware beitragen, in der die enge Zusammenarbeit von Gewaltschutzzentren und Cybersicherheitsexperten genutzt wird, um psychologisch geeignete Sensibilisierungskampagnen zu erstellen, Täterprofile und die Prävalenz von Stalkerware auszutauschen und den digitalen Schutz durch Antivirensoftware (AV-Produkte) zu fördern.

Der erste große juristische Erfolg im Kampf gegen dieses Verbrechen kam schließlich, als das Stalkerware-Unternehmen SpyFone von der US Federal Trade Commission (FTC), der einzigen Bundesbehörde, die sowohl für den Verbraucherschutz als auch für den Wettbewerb in weiten Bereichen der Wirtschaft zuständig ist, offiziell verboten wurde. In diesem Fall wurde der Unternehmer aufgefordert, alle Daten zu löschen, die Hinterbliebenen zu informieren, und es wurde ihm untersagt, jemals wieder in der Überwachungsbranche zu arbeiten.

Der Schutz vor digitalem Stalking wird seit 2019 umfassend und nachdrücklich unterstützt. Im Hinblick auf die Erkennungsraten unseres letzten Test, zeigen die getesteten Versionen der Antivirus-Apps ein hohes Maß an Schutz, aber der Test macht auch deutlich, dass die Entwickler von Stalkerware sehr aktiv gegen ihre Entdeckung kämpfen.

Nach unserem informativen Gespräch mit Vertretern dieser Koalition haben wir die Erkennungsrate von 20 Stalkerware-Apps für Android mit 10 Antivirus-Apps gemessen. 7 von 10 Produkten erkannten zwischen 80% und 100% der Testfälle, während zwei Apps 70% erreichten. Das verbleibende Produkt erreichte in diesem AV-Test eine Erkennungsrate von 50%, was daran liegen könnte, dass es sich um eine sehr bekannte Marke handelt und Stalkerware-Entwickler daher versuchen, sie zu umgehen.

Gleichzeitig muss, wie bei jeder Malware, immer davor gewarnt werden, dass die Entwickler sie ständig modifizieren, um eine Erkennung durch AV-Produkte zu vermeiden. Außerdem ist es bei erkannter Malware am besten, vor der Deinstallation Rat bei Ihrer lokalen Beratungsstelle und Experten einzuholen, da der Täter die Deinstallation bemerkt und möglicherweise heftig reagiert.

Eine internationale Kontaktstelle, die fachliche Anleitungen, Hilfs- und Unterstützungsangebote sowie Listen von Partnerorganisationen bereitstellt, finden Sie unter der folgenden Adresse: https://stopstalkerware.org